Die soziale Suche ist da

Mit der Einführung neuer Services hat Suchmaschinengigant Google für einige Verschiebungen beim Online-Marketing gesorgt, was für alle Websitebetreiber Konsequenzen hat.

Analog zu Facebooks "gefällt mir"-Funktion stellte Google Mitte 2011 mit Google+ ein eigenes soziales Netzwerk und den "+1"-Button für bestehende Websites vor. Anders als beim Pendant von Facebook wird hier eine Betätigung nicht ausschließlich als Äußerung des Gefallens an die eigene "Gefolgschaft" weiter geleitet. Die Information wird hier zusätzlich als Rankingfaktor verwendet. Das erscheint auch logisch: je häufiger eine Webseite "gefällt" (um in der Facebook-Terminologie zu bleiben), desto prominenter wird sie in den Suchergebnislisten platziert.

Und da ist sie dann auch schon, die eigentliche Innovation: die soziale Suche. Es werden bei Google nun solche Suchergebnisse ganz oben in der Liste angezeigt, die von anderen Nutzern positiv bewertet wurden. Dies können Personen sein, die sich in der eigenen Kontaktliste oder auch z.B. bei den eigenen Twitter-Followern befinden.

Empfehlungen aus dem "Bekanntenkreis" werden also bevorzugt und auch mit der jeweiligen Quelle, sprich Name und Bild(!) des Nutzers ausgezeichnet. Der Nutzer erfährt so z.B., dass einer seiner Twitter-Follower die betreffende Seite schon einmal verlinkt oder favorisiert hat. Eine perfekte Empfehlung also.

Technisch funktionieren kann die soziale Suche natürlich nur, wenn der Nutzer während des Suchvorganges mit seinem Google-Account eingeloggt ist, z.B. als Nutzer von Google-Mail oder anderen Google-Services. Schätzungen gehen aktuell von ca. 20% der Nutzer aus, bei denen das soziale Ranking unmittelbar angewendet werden kann. 

Auch kann man kann nun darüber spekulieren, ob sich genug Nutzer finden, die den neuen "+1"-Button ohne direkten eigenen Nutzen verwenden. Tatsache ist, dass das neue Feature schon nach wenigen Tagen auf vielen Websites in friedlicher Eintracht neben den "gefällt mir"-Buttons zu finden war und auch fleißig genutzt wurde. Es scheint so, als müssten wir uns daran gewöhnen, dass mittelfristig jeder Nutzer seine eigenen Suchergebnisse bekommen.

Zu den Konsequenzen: letztendlich wird die "klassische Suchmaschinenoptimierung" perspektivisch an Bedeutung verlieren, weil mit den sozialen Faktoren neue und effektive Rankingkriterien dazukommen. Um so dringlicher ist es als Websitebetreiber, den neuen Button zu integrieren und im sozialen Web, speziell bei Google und Twitter aktiv zu sein, um hier positive Rankingpunkte zu "sammeln". 

Die Grenzen zwischen Suchmaschinenoptimierung und Social Media verwischen immer mehr. Beruhigen kann allerdings eine Tatsache: auch nach den neuen Spielregeln bleiben attraktive Inhalte die effektivste "Werbe"-Maßnahme für ein gutes Abschneiden bei Google & Co. Denn gute Inhalte "gefallen" dem Nutzer. Das gibt dieser gerne per "+1/gefällt mir"-Button weiter. Und was dem Nutzer und seinen Freunden gefällt, gefällt auch Google. So schließt sich der Kreis. Fast alles beim Alten also.