Apps im Verlagsbereich

Mit den etablierten eBook-Standards und den verschiedenen Kanälen von Apple über Amazon bis Google stehen dem digitalen Buchvertrieb heute eine Vielzahl von Möglichkeiten zur Verfügung. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Formatvarianten sind so gering, dass man mittels geschickter Workflows auch mehrere Plattformen bequem bedienen kann. Anders verhält es sich mit technisch aufwändigeren Verlagsprodukten und Apps, die auf eine hohe Designqualität, multimediale Inhalte und ausgefeilte Interaktionen setzen. Mit der steigenden Bedeutung von Googles Android-Plattform ist die Ausgangssituation deutlich komplizierter geworden. Warum?

1. Auflösungen
Bisher drehte sich bei multimedialen Inhalten alles um Apple. Mittlerweile dürfen wir aber Googles Android-Tablets, Amazons neue multimediale Kindles und perspektivisch auch Microsoft nicht ignorieren. Das Ergebnis ist eine steigende Anzahl unterschiedlicher Bildschirm-Auflösungen und Seitenverhältnisse. Während Apple mit dem Branchenprimus iPad auf das 3:4-Seitenverhältnis setzt, orientieren sich alle anderen eher am 16:9-Seitenverhältnis. Mit Hoch- und Querformaten ergeben sich schnell 10 bis 20 verschiedene Varianten - ein echtes Problem für das Design.
Die Lösung ist, sich von starren Layouts und Designrastern zu verabschieden. Ein intelligentes Design, das sich den verschiedenen Bildschirmen anpasst, und neue Formen der Organisation von Inhalten sind gefragt. Für beteiligte Konzepter, Autoren, Grafiker und Programmierer erfordert das ein Umdenken. Machbar ist es aber. Das Internet ist da schon einen Schritt weiter - “responsive Webdesign" ist hier Standard.

2. Datenmenge
Bilder und vor allem Videos benötigen deutlich mehr Speicherplatz als Text. Das Resultat ist, dass aufwendige Verlags-Apps nicht selten 1 Gigabyte oder mehr auf den Endgeräten belegen. Wenn man bedenkt, dass die Kosten eines iPads mit 16 Gigabyte RAM knapp 400 Euro betragen, kostet der "Speicherplatz" für eine solche App deutlich mehr, als die eigentliche App. Mit einem Dutzend Apps sind die Kapazitätsgrenzen des Tablets schnell erreicht.
Um dieses Dilemma zu lösen, bietet sich eigentlich nur die komplette Verlagerung der Inhalte in die Cloud an. In Anbetracht des vorherrschenden Nutzerverhaltens von Tablets - von zu Hause aus und mit WLAN-Zugang - eine Alternative, die auch heute schon realistisch ist. Und perspektivisch sowieso.

3. Plattform/Programmierung
Will man mit einer App auf beiden aktuell relevanten App-Plattformen iOS/Apple und Android/Google vertreten sein, ist die kostspielige, parallele Entwicklung für zwei komplett unterschiedliche Software-Syteme unvermeidbar. Dazu kommt, dass komplexe Apps nicht nur initial entwickelt, sondern auch kontinuierlich weiterentwickelt und an die sich ändernden Betriebssysteme, Bildschirmauflösungen etc.  angepasst werden müssen. 

Der Aufwand für die Herstellung einer App hat sich für Verlage durch den Erfolg von Google & Co. also deutlich erhöht. Auch hier bietet sich als Lösung die Verlagerung ins Internet oder zumindest eine plattformunabhängige Programmierung auf HTML5-Basis an.

Während beim elektronischen Buch und den mittlerweile fast etablierten Distributionsplattformen die technische Entwicklung im Großen und Ganzen absehbar ist, müssen sich die Verlage bei aufwändigen multimedialen Produkten auf viel "Try and Error" einstellen. Wohin die Reise geht, ist nicht absehbar. Es ist aber klar, dass nur Pioniergeist und die Verwendung aktueller Webtechnologien die Anwender dazu bringen können, sich im Gegenzug auf die geänderten Nutzungs- und Abrechnungsmechanismen einzulassen und die App als vollwertiges Verlagsprodukt zu akzeptieren.

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